30/07/2026
Wir haben vor Kurzem ein neues Cloud-Tool für ein internes Projekt eingeführt und waren wieder einmal überrascht, wie viel Zeit wir in die Konfiguration der Zugriffsrechte investiert haben. Das hat uns nachdenklich gemacht: Wenn es schon für menschliche Nutzer so komplex ist, wie sollen wir dann mit autonomen KI-Agenten umgehen? Unsere kontroverse Erkenntnis: KI-Agenten einfach wie menschliche Nutzer oder statische Service-Accounts in bestehende IAM-Strukturen zu pressen, ist ein Sicherheitsrisiko, das viele unterschätzen. Traditionelle, auf langlebigen Rollen basierende Systeme sind zu starr für die dynamische und unvorhersehbare Natur von KI. Aus unserer Erfahrung haben sich zwei zentrale Lektionen ergeben:
Erstens müssen die Berechtigungen für KI-Agenten kurzlebig und aufgabenspezifisch sein. Ein Agent, der einen Bericht erstellt, braucht nicht dauerhaft Zugriff auf die gesamte Datenbank. Technologien wie der OAuth 2.0 Token Exchange ermöglichen es, delegierte und streng begrenzte Zugriffsrechte durchzusetzen, ohne Anmeldedaten preiszugeben.
Zweitens reicht die herkömmliche rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) nicht mehr aus. Wir brauchen feingranulare, kontextabhängige Autorisierung, die bei jeder kritischen Operation überprüft wird. Das bedeutet, dass wir nicht nur die Identität des Agenten, sondern auch seinen aktuellen Kontext und seine Absicht validieren müssen, bevor wir eine Aktion zulassen.
Wie bereitet ihr eure IAM-Strategie darauf vor, dass eure aktivsten „Nutzer“ bald keine Menschen mehr sein könnten?