25/06/2020
-Delitzsch
Bis zum bevorstehenden internationalen Tag der Genossenschaften (jedes Jahr am 1. Samstag im Juli) stellen wir Ihnen einige Pioniere der Genossenschafts-Idee vor. Unter den großen Denkern des Genossenschaftswesens sticht ein Name besonders hervor: Franz Hermann Schulze-Delitzsch.
Jurist, Patrimonialrichter, Schöngeist, Organisator, Menschenfreund, Reformer, Politiker, begnadeter Redner und Schöpfer des deutschen Genossenschaftsrechts. Sein Verdienst war es, die genossenschaftliche Idee in Kreisen der kleinen Handwerker und des Mittelstandes weiter zu verbreiten. So vereinte der „Allgemeine Verband der auf Selbsthilfe beruhenden Deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften“ ab 1864 und unter der Führung von Schulze-Delitzsch insgesamt 392 Genossenschaften, davon 15 Konsumvereine, 40 Rohstoff-, Magazin- und Produktivgenossenschaften und 337 Vorschuss- und Kreditvereine. Gerade die Vorschussvereine erzielten schnelle und nachhaltige Erfolge und wurden so zu dem, was sie heute noch im Namen tragen: zu wahren Volksbanken. Hermann Schulze-Delitzsch war überzeugt: „Der Geist der freien Genossenschaft ist der Geist der modernen Gesellschaft.“ Diesem Leitgedanken folgend, prägt er die Genossenschaftsbewegung bis heute.