13/05/2026
Zum vierten Mal stand ich letzten Sonntag beim Wings for Life World Run in Zug an der Startlinie, einem Lauf, bei dem man so lange rennt, bis einen das Catcher Car einholt. Was ich an diesem Event liebe: das besondere Format, die unglaubliche Stimmung und vor allem das Motto «laufen für alle, die es nicht mehr können».
Bei perfekten Bedingungen und gemeinsam mit über 8’000 Läufer und Läuferinnen in Zug bin ich einfach nach Körpergefühl losgerannt: locker, ohne auf Pace oder Puls zu achten. Dass ich plötzlich an der Spitze der Frauen laufen würde, hätte ich nie gedacht. Als irgendwann ein Begleitvelo neben mir und ein Kameramotorrad vor mir auftauchten, begann ich mich kurz zu fragen, was ich da eigentlich mache.
Die ersten 35km fühlten sich überraschend leicht an. Danach wurde es mental hart. Weniger Zuschauer, müde Gedanken und mentale Erschöpfung. Aber genau dort wurde mir wieder bewusst, wie viel ein positives Mindset ausmacht: dankbar sein, lächeln, weitermachen. Zusätzlich hat mir der Typ auf dem Begleitvelo mit seiner ruhigen Stimme gut zugesprochen und mich motiviert, was mir enorm geholfen hat. Ab Kilometer 40 wollte ich den Sieg plötzlich wirklich. Jammern und das Aussprechen meiner Erschöpfung, sowie den Wunsch nach dem Catcher Car, hat mir geholfen, dass ich irgendwie durchhalten konnte. Zudem wurde die Unterstützung vom ganzen Umfeld immer stärker zu spüren.
So konnte ich mein ursprüngliches Ziel, die Marathondistanz, doch gut übertreffen. Am Schluss wurde ich nach 3h24 und 49km vom Catcher Car überholt. Das ich damit Siegerin in Zug wurde und mir weltweit den 6. Rang im Frauenklassement holte, war für mich kaum in Worte zu fassen.
Unendlich dankbar, stolz, überwältigt und einfach überglücklich durfte ich dann viele Nachrichten und Gratulationen entgegennehmen, was mich emotional sehr berührt hat.