18/06/2026
So schlecht sind die Argumente für Microsoft 365 – aus Sicht von Kanzleien
Zunächst ein kurzer Überblick für Kanzleien, die sich mit den Begriffen schwertun: O365 (Office 365) bezeichnete ursprünglich das Microsoft-Abo-Modell rund um Office-Anwendungen wie Word, Excel oder Outlook – inklusive regelmäßiger Updates. M365 (Microsoft 365) geht darüber hinaus: Es umfasst nicht nur Office-Anwendungen, sondern zusätzlich auch Windows-Lizenzen, Sicherheitslösungen, Cloud-Speicher und Verwaltungstools. Der Fokus liegt ganz klar auf einem cloudbasierten Komplettpaket – und genau das ist es, was für viele Kanzleien zum Problem wird.
Das Ende des klassischen Office-Pakets naht: Microsoft macht keinen Hehl daraus, dass die Zukunft nur noch in der Cloud liegen soll – in ihrer eigenen, wohlgemerkt. Während Großunternehmen längst von Microsoft 365 (M365) abhängig sind, geraten nun auch Kanzleien zunehmend unter Druck, auf das neue System umzustellen. Doch die Begründungen dafür, warum das klassische Office ausgedient haben soll, wirken aus Sicht kleiner und mittelgroßer Kanzleien nicht nur konstruiert, sondern stellenweise fast realitätsfern.
In einer eigens beauftragten Studie möchte Microsoft darlegen, wie sehr sich der Umstieg lohnen würde – durch Zeiteinsparungen, geringere IT-Kosten und weniger Aufwand für die Administration. Doch gelten diese Argumente auch für eine mittelständische Kanzlei mit 10, 20 oder 50 Mitarbeitenden? Die Zweifel überwiegen.
Als besonders „einschränkend“ wird etwa dargestellt, dass klassische Office-Versionen an den Desktop gebunden seien. Das behindere die Produktivität, weil außerhalb des Büros keine Bearbeitung möglich sei. Kanzleien, die täglich mit Mandatsakten, Schriftsätzen und datenschutzrelevanten Inhalten arbeiten, wissen jedoch: Die stationäre Arbeit am sicheren Arbeitsplatz ist kein Nachteil, sondern ein bewusst gewähltes Sicherheitsmerkmal. Dass Microsoft suggeriert, Anwältinnen und Anwälte müssten unterwegs verzweifelt auf ihre Akten zugreifen, ignoriert die alltägliche Realität im Kanzleibetrieb – und den Wunsch nach Kontrolle über sensible Daten.
Auch das nächste Argument wirkt auf Kanzleien wenig überzeugend: M365 sei notwendig, um auf Dateien ortsunabhängig zuzugreifen – weil Laptops offenbar nicht ausreichen und dezentrale Speicherlösungen angeblich keine Option mehr sind. Der Nutzen einer zentralen Cloud liegt für viele Kanzleien jedoch nicht auf der Hand – insbesondere, wenn der Preis dafür ein Kontrollverlust über eigene Daten ist.
Dazu kommt die Behauptung, nur mit MS Teams lasse sich moderne Kommunikation im Team gewährleisten. Wer in einer Kanzlei arbeitet, weiß: Telefon, E-Mail und Fachanwendungen sind längst etabliert – auch ohne MS Teams und ohne Cloud-Zwang.
Der Kern von Microsofts Argumentation ist aber ein anderer: Der Betrieb einer eigenen IT sei zu teuer und zu aufwändig – also solle man E-Mails, Speicher, Kommunikation und Sicherheit in die Hände eines Anbieters legen: Microsoft. Dass dieses Cloud-Monopol letztlich Abhängigkeit bedeutet, bleibt unerwähnt. Ebenso, dass Preissteigerungen damit Tür und Tor geöffnet wird – ohne dass Kanzleien Alternativen hätten, wenn der Anbieter entscheidet, die Schraube weiter anzuziehen.
Zum Schluss warnt Microsoft noch davor, dass der Support für Office 2016 und 2019 im Oktober 2025 ausläuft. Wer dann noch damit arbeitet, riskiere Sicherheitslücken – M365 hingegen sei immer aktuell und sicher (laut Microsoft). Was dabei vergessen wird: Ende 2024 nutzten noch 70 Prozent der kleinen und mittelgroßen Unternehmen – und damit wohl auch viele Kanzleien – genau diese Versionen.
Ja, Office 2021 und 2024 gibt es noch. Doch auch diese gelten bei Microsoft inzwischen nur als „Nischenprodukte“. Die nächste Office-Generation kommt wohl nur noch in einer speziellen Langzeit-Support-Version (LTSC) – und der Rest? Schweigen.
Fazit: Microsoft fordert auch Kanzleien zum Umstieg auf M365 auf. Doch wer unabhängig bleiben, Kosten kontrollieren und Datenschutz selbst gestalten möchte, sollte sich Zeit nehmen – und Alternativen prüfen. Es gibt sie.
Lösungen wie Genese IP Management integrieren sich bereits heute nahtlos sowohl in klassische Office-Installationen als auch in moderne M365-Umgebungen. Damit eröffnen sich flexible Möglichkeiten – von der lokalen Datenhaltung bis hin zur sicheren Cloud-Nutzung. Eine Kanzlei bleibt so strategisch auf alle zukünftigen Entwicklungen vorbereitet – inklusive Szenarien, in denen Microsoft keine Rolle mehr spielt.
https://www.genese.de