09/09/2022
Das Thema Balkonkraftwerk ist in vielen Köpfen.
Aber auch viele Unsicherheiten durch unterschiedliche Aussagen sind hier nachvollziehbar.
Dann wird eben der kürzeste Weg angestrebt.
Kaufen, installieren (sind ja irgendwie alle etwas handwerklich begabt), anstecken - läuft.
Eben nicht. Hier die richtige Vorgehensweise.
1. Finger weg von Billigsystemen. Effizienz, Qualität der Materialien und angegebene Scheinleistung liegen weit auseinander.
Kauft Vernünftig.
2. Installieren kann jeder, ja. Aber gehts an den Strom - Finger weg und Fachpersonal suchen. Denn: eine Installation einer zusätzlichen Steckdose (Einspeisedose) ist eine Erweiterung des Stromkreises und muss neu abgenommen und geprüft werden.
Interessiert nur niemanden. Klar, macht das Installieren ja auch zu einer Hürde.
Wird eine Steckdose durch eine Einspeisedose ersetzt, ist dies nicht notwendig.
3. Einspeisedose. Diese ist zwingend erforderlich, denn hier geht es um Sicherheit, Kurzschlussfestigkeit und Vorschrift.
4. optimale Ausrichtung. Mann erreicht 600 Watt Spitze nur bei optimaler Ausrichtung um die Mittagszeit. Ca 1 Stunde. Der Rest ist Erbsenzählerei. Für die Restliche Zeit sind die Werte kaum im Effektiven Bereich und decken nicht einmal den Grundbedarf des Hauses/Wohnung.
5. Anmelden der Anlage beim Netzbetreiber und eintragen ins Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.
Das ist keine Nötigung oder soll Ärgernis schaffen, sondern hat einen ernsthaften Hintergrund.
- die Bundesnetzagentur verliert so den Überblick über unregulierte Stromerzeuger. Denn das sind Balkonkraftwerke.
- das EVU, also der Netzbetreiber, registriert Schwankungen im elektrischen Netz. Hier wird, vereinfacht gesagt, z.B durch Fernabschalten von Wärmepumpen,… und Einregulieren der Kraftwerke die Schwankungen kompensiert.
Durch das stetige Auflösen der Kraftwerke (AKW, Kohle, Gas) kann nicht schnell genug nachgeregelt werden.
Eine Frequenzabweichung von 2 Hertz im Netz, kann im schlimmsten Fall ein Blackout auslösen.
Daher, bitte registrieren.
6. Ein Balkonkraftwerk amortisiert sich auf ca 5 Jahren. Wenn man Effizienz, optimale Ausrichtung und die Strompreisee bedenkt, kann es auf 3 Jahre reduziert werden. Aber man darf nicht vergessen, die Sonne gibt hier den Ton vor.
Wie man sieht, bin ich da skeptisch.
Auch gegenüber einer PV-Anlage (welche übrigens ein regulierter Erzeuger ist)
Denn Anschaffungspreise, das Speichern in umweltschädlichen Batteriezellen, der Zugzwang, die laufenden Kosten und die Abschreibung über 20! Jahre (ohne Einflüsse), machen die saubere und zukunftssicher Energie nicht gerade Effizient.
Es ist eine teure Übergangslösung.
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