28/03/2026
Gestern waren Annika Götz und Björn Daub aus unserem Sales Team auf der vom bvvp organisierten Demo in Koblenz und hatte die Gelegenheit, mit vielen Psychotherapeut:innen ins Gespräch zu kommen.
Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie groß die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und tatsächlicher Arbeitsrealität ist.
👉 Eine Therapiesitzung dauert nicht nur 50 Minuten.
Modelle aus der Praxis zeigen: Rechnet man Vor- und Nachbereitung, Dokumentation und Organisation ein, liegt die tatsächliche Arbeitszeit pro Sitzung deutlich höher (z. B. Faktor ~1,4).
👉 Gleichzeitig gilt: Mehr Sitzungen sind nicht automatisch bessere Versorgung.
Studien deuten darauf hin, dass sowohl Überlastung auf Therapeut:innen-Seite als auch unrealistische Erwartungen die Qualität beeinflussen können.
👉 Die aktuelle Vergütungssystematik setzt zusätzlich Grenzen:
Ab bestimmten Leistungsgrenzen fallen Zuschläge weg. Zusätzliche Sitzungen werden wirtschaftlich unattraktiver.
👉 Ein weiterer Punkt, der häufig unterschätzt wird:
Viele Psychotherapeut:innen mit „hälftiger Zulassung“ arbeiten faktisch deutlich über das hinaus, was gemeinhin als Teilzeit verstanden wird und tragen wesentlich zur Versorgung bei.
👉 Und auch die langfristige Perspektive spielt eine Rolle:
Sinkende Honorare erschweren es zunehmend, eine verlässliche Altersvorsorge aufzubauen.
Unser Fazit:
Die aktuell diskutierte Honorarkürzung von 4,5 % trifft auf ein System, das ohnehin schon unter Druck steht. Sie betrifft nicht nur einzelne Praxen, sondern die Frage, wie attraktiv und tragfähig dieser Beruf langfristig bleibt und damit auch, wie gut die Versorgung in Zukunft gesichert ist. Gerade vor dem Hintergrund der beschriebenen Arbeitsrealität braucht es aus unserer Sicht keine weitere Kürzung, sondern eine realistische Bewertung dessen, was psychotherapeutische Versorgung tatsächlich bedeutet.