04/06/2026
Vor dem Go-Live hatten wir ehrlich gesagt eine ziemlich klare Erwartung. Nach einer Migration verschwindet Komplexität normalerweise nicht einfach. Sie verlagert sich. Neue Plattform, neue Prozesse, neue Abläufe – und meistens entstehen an anderer Stelle neue Fragen. Deshalb sind wir davon ausgegangen, dass die ersten Monate vor allem eines bringen würden: Supportfälle.
Umso überraschter waren wir nach dem Abschalten des letzten BizTalk-Prozesses. Die neue Plattform läuft inzwischen seit rund sechs Monaten produktiv und rückblickend hatten wir weniger Supportfälle als vorher. Nicht weil plötzlich alles perfekt geworden ist und auch nicht, weil Azure irgendein magisches Problem gelöst hätte.
Rückblickend glauben wir eher, dass der Unterschied an einer ganz anderen Stelle lag. Während der Migration haben wir Prozesse nicht einfach kopiert. Wir haben sie hinterfragt, vereinfacht und an vielen Stellen bewusst neu gedacht. Genau das merkt man später im Alltag.
Denn am Ende zeigt sich die Qualität einer Architektur nicht beim Go-Live, sondern Monate später im Betrieb. Und manchmal erkennt man Erfolg nicht daran, was neu dazugekommen ist – sondern an den Dingen, die plötzlich nicht mehr passieren.
Im nächsten und letzten Beitrag geht es um die wichtigste Erkenntnis der gesamten Reise. Und überraschenderweise hat sie nur wenig mit Technologie zu tun.