Wie InsoLight entstanden ist - Gute Insolvenzsoftware muss nicht teuer sein
Im Jahr 2000 stand ich vor dem finanziellen Aus, ich bin mit meiner Selbstständigkeit gescheitert. Ich war damals verheiratet und hatte drei kleine Kinder, wohnte in einen kleinen Ort bei Aschaffenburg. Den Kopf in den Sand stecken war keine Lösung. Mein erster Weg ging zu einer öffentlichen Schuldnerberatung, leider musst
e ich einige Zeit warten. Die erste Beratung war sehr informativ, auch für die Schuldnerberatung hatte noch viel zu lernen. Die Insolvenzrechtsreform von 1999 war noch relativ neu. Meine Aufgabe war es die Unterlagen zu ordnen und die Adressen der Gläubiger raussuchen. Die Gläubiger wurden angeschrieben, eine Einigung war leider nicht möglich. Die Verhandlungen zogen sich über ein Jahr hin, es war schon Ende 2001. Für mich war klar, ich werde eine Privatinsolvenz beantragen. Aber was ich nicht wusste, die Schuldnerberatung war keine anerkannte Stelle nach § 305 InsO. Und mit Regelinsolvenz hatte er auch keine Erfahrung. Dann machte ich mich auf die Suche nach einem Anwalt, dies erwies sich Ende 2001 als fast aussichtslos. Nach langer Suche fand ich endlich einen älteren Anwalt. Nun sollte ich wieder alle Unterlagen einreichen, als Programmierer legte ich mir eine kleine Datenbank an. Die war die Geburtsstunde von InsoLight. Diese Datenbank erweiterte ich um, eine Funktion Serienbrief zu schreiben. Der Anwalt riet mir, ich sollte eine Verbraucherinsolvenz einreichen. Also musste ein außergerichtlicher Schuldenbereinigungsplan erstellt werden, ich wollte es ein wenig komfortabler machen und entschied mich ein richtiges Programm zu schreiben. Leider konnte der Anwalt mein Verfahren aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter bearbeiten. Eine junge Anwältin übernahm den Fall, als ich Ihr die Idee und die ersten Erfolge zeigte, machte sie mir Mut weiter zu machen. Meine Insolvenz wurde dann im Juli 2002 eingereicht. Mich packte irgendwie der Ehrgeiz und entwickelte das Programm in meiner Freizeit weiter. Ich beschäftigte mich mit dem Insolvenzrecht und knüpfte Kontakte zu Schuldnerberatern und Anwälten.
2005 kündigte mir damals mein Arbeitgeber, die erste Version von InsoLight war fertig. Die ersten Anwender waren begeistert. In Absprache mit meinem Insolvenzverwalter machte ich mich selbstständig. Diesen Schritt habe ich nie bereut. Mit Beschluss vom 17.09.2008 des Amtsgericht Aschaffenburg erhielt ich die Restschuldbefreiung. In den nächsten Jahren entwickelte ich ständig das Programm weiter.
2016 kaufte ich mir ein altes Haus in Roßdorf, eine Insolvenz muss nicht das Ende sein, sondern der Anfang von etwas Neuen.