28/10/2026
Ein Sicherheitsvorfall wird nicht besser, wenn niemand davon erfährt. Trotzdem ist es nachvollziehbar, dass jemand nach einem Fehler erst einmal zögert. War die Nachricht wirklich gefälscht? War die freigegebene Information vertraulich? Vielleicht ist ja gar nichts passiert. Während diese Fragen im Kopf kreisen, vergeht wertvolle Zeit.
Deshalb sollten Sicherheitsschulungen nicht nur zeigen, wie Betrugsversuche aussehen. Sie sollten auch erklären, was danach zu tun ist, wenn jemand eine verdächtige Anfrage beantwortet oder einen Fehler bemerkt hat. Dazu gehört ein klarer Meldeweg, der im Arbeitsalltag tatsächlich funktioniert. Mitarbeitende sollten wissen, wen sie erreichen können und welche Angaben der IT helfen. Genauso wichtig ist, dass eine Meldung ernst genommen wird, ohne sofort nach Schuldigen zu suchen.
Das britische National Cyber Security Centre nennt genau diese Punkte als Grundlage einer offenen Sicherheitskultur: leicht erreichbare Ansprechpartner, Rückmeldungen auf gemeldete Vorfälle und ein fairer Umgang mit unbeabsichtigten Fehlern. Ein einfacher Ansatz für Unternehmen: Den Meldeweg in Schulungen nicht nur erwähnen, sondern einmal praktisch durchspielen. So wird im Ernstfall nicht erst überlegt, wo die richtige Telefonnummer steht.