14/03/2026
Im Gegensatz zu Messungen sehr niedriger Widerstandswerte im einstelligen oder gar Milliohmbereich, lassen sich DC-Widerstandsmessungen vieler gängiger Bauteile einfach und oft ausreichend genau mit einem Mittelklasse-Multimeter durchführen.
Um beispielsweise im Wareneingang zu prüfen, ob die im Relais verbaute Spule auch wirklich dem Aufdruck von 12 oder 24 Volt entspricht, reicht eine kurze Messung des Spulenwiderstands völlig aus. So weist die Spule beim hier gezeigten 24-V-Relais gemäß Datenblatt einen Widerstandswert von 362 Ohm +/- 10 % auf. Das ansonsten baugleiche Relais mit 12 V Betriebsspannung hingegen, ist mit 90 Ohm +/- 10 % spezifiziert.
Das hier benutzte Multimeter besitzt im 600-Ohm-Widerstandsmessbereich eine Grundgenauigkeit von +/- 0,3 % + 3 Digit, ist also in Relation zur Messaufgabe hinreichend präzise. Dazu besitzt es eine Relativwert-Taste, um den Eigenwiderstand der Messleitungen zu kompensieren. Diese Funktion wird übrigens umso wichtiger, je niedriger die zu messenden Widerstandswerte der Prüflinge ausfallen.
Geht es allerdings um Messungen in Bezug auf die Einhaltung der spezifizierten Toleranzen, dann ist in jedem Fall auch auf die richtige Temperatur der Prüflinge zu achten. Diese liegt bei Relais meist bei 25 oder 20 °C, was dem jeweils zugehörigen Datenblatt zu entnehmen ist. Das Kupfer der Spulenwicklung weist einen positiven Temperaturkoeffizienten von 0,0093 auf. Klingt zunächst nach nicht viel, bedeutet aber leicht aufgerundet, dass sich der gemessene Widerstandswert um 0,4 % erhöht, wenn die Spulenwicklung bei der Messung nur ein einziges Grad Celsius wärmer ist!
Das macht bei nur 5 °C Unterschied immerhin schon 2 % aus und kann leicht dazu führen, dass die gelieferte Ware fälschlicherweise beanstandet wird, obwohl sie tatsächlich völlig in Ordnung ist. Umgekehrt schlüpfen so gegebenfalls Bauteile durch die QC, welche eigentlich außer Toleranz und zu retournieren wären.
Klar muss auch sein, dass beispielsweise Widerstände mit einer Toleranzangabe von 1 %, 0,5 %, 0,1 % oder noch weniger, nicht sinnvoll mit einem Messgerät geprüft werden können, dessen eigene Messgenauigkeit im ähnlichen Toleranzbereich oder gar darüber liegt.
Als Faustregel kann hier gelten, dass die Messunsicherheit des eingesetzten Messgeräts mindestens 10 x geringer sein sollte, als die spezifizierte Toleranz des Prüflings. Beispiel: 100-Ohm-Widerstand mit 1 % Toleranzangabe > Messgerät mit nicht mehr als 0,1 % Messungenauigkeit verwenden.